Aktuelles

4. Wirtschaftskonferenz

Blumen zum Abschied

Doris Boxhammer und Marc Wilken (r.) dankten dem scheidenden Bergedorfer Wirtschaftsförderer Till Bode, der in die Hamburger Senatskanzlei wechselt

Werner Omniczynski (SPD), vorsitzendes Mitglied der Bergedorfer Bezirksversammlung

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger

Prof. Martin Klaffke von der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

Podiumsdiskussion: Martin Klaffke (v.l.), Katja Karger, Christian Graf, Inga Bendschneider, Ralf Heikens

Susanne Meier, WSB Sekretariat, am WSB-Infostand

Etwa 80 Teilnehmer zählte die vierte Bergedorfer Wirtschaftskonferenz

Informations- und Telekommunikationselektroniker, sogenannte IT-Spezialisten, sind auf allen Wirtschaftsebenen zunehmend gefragte Leute, denn die wachsende Digitalisierung von Betriebsabläufen mit rasantem Anstieg der Datenverarbeitung verlangt nach Fachleuten, die Anforderungen umsetzen und dafür die passenden Programme schreiben können.

Bei der 4. Bergedorfer Wirtschaftskonferenz am Montag, 20. November 2017, die von der Handelskammer Hamburg und dem Bezirksamt Bergedorf  in Partnerschaft mit dem WSB, der Landwirtschaftskammer Hamburg und der Handwerkskammer Hamburg im „Haus im Park“ veranstaltet wurde, ging es bei „Zukunftsfragen unserer Arbeitswelt“ neben der Digitalisierung auch um die Diversität. Darin spiegelt sich unsere immer vielfältiger werdende Gesellschaft wider. Arbeitgeber müssen sich auf die Veränderungen einstellen, auf Menschen aus anderen Kulturkreisen oder auch auf Menschen deren Lebensplanung sich deutlich vor der früherer Generationen unterscheidet, beispielsweise Männer, die für Kindererziehung Elternteilzeit in Anspruch nehmen.

Die Hamburger DGB-Vorsitzende Katja Karger stellte in ihrem Referat die von der IG-Metall geforderte Flexibilisierung der Arbeitszeiten heraus oder auch das mobile Arbeiten. Für eine „Talentschmiede Deutschland“ forderte sie eine Modernisierung des Bildungswesens, das Herstellen von Chancengleichheit und das Systematisieren der Beruflichen Weiterbildung. Karger: „Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Notwendig sind Bildungsinnovationen und Sozialinnovationen. Soziale Dienstleistungen werden ein großer Faktor. Der Staat muss den Rahmen schaffen, damit wir auch künftig von unserer Köpfe und Hände Arbeit leben können.“

Prof. Martin Klaffke von der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft behandelte in seinem Vortrag das Diversity Management, bei dem ein guter Chef die unterschiedlichen Fähigkeiten seiner Mitarbeiter erkennt und sie für eine positive Entwicklung des Unternehmens nutzt. Er hob hervor: IT-Spezialisten stellen Ansprüche. Es fällt schwer, qualifizierte Beschäftigte zu finden.“

Bei der anschließend von Christian Graf (Handelskammer Hamburg) moderierten Podiumsdiskussion mit Inga Bendschneider (Tischlerei Julius Bendschneider) und Ralf Heikens (Hauni Maschinenbau GmbH) bestätigte Heikens, dass auch er einen IT-Spezialisten kennengelernt habe, der sich vor dem Bewerbungsgespräch telefonisch nach den Konditionen erkundigte und dann sagte: „Ok, ich melde mich dann.“ Er melde sich allerdings nicht wieder.

Heikens gab Einblick in den modernen Maschinenbau: „Früher steuerten aufwändig konstruierte Getriebe die Bewegungsabläufe der Maschinen. Heute sorgen einzelne, digital vernetzte Motoren in deulich höherem Tempo für die Bewegungen. Für die Maschinensteuerung ist hochkomplexe Software erforderlich. So können Sensoren beispielsweise bereits Mängel an der Maschine feststellen, die erst später einen Schaden und Stillstand zur Folge hätten. Eine mangelhafte Baugruppe kann so im Zuge einer normalen Inspektion ausgetauscht werden.“ Inga Bendschneider beklagte die mangelhaften Mathematikkentnisse von Schulabgängern: „Kopfrechnen oder auch Prozentrechnung haben viele junge Leute nicht drauf.“ Werner Omniczynski, vorsitzendes Mitglied der Bergedorfer Bezirksversammlung: „Da stellt sich die Frage, welche Bildungsvoraussetzungen von der Bildungspolitik geschaffen werden müssen.“

Zum Abschluss der Diskussion überreichten WSB-Geschäftsführer Marc Wilken und Doris Boxhammer vom Bergedorfer Büro der Handwerkskammer Hamburg dem vom Bezirksamt ausscheidenden Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung, Till Bode, einen Blumenstrauß und lobten die bisher gute Zusammenarbeit. Bode wechselt in die Hamburger Senatskanzlei zum früheren Bergedorfer Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp.