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Stuhlrohrquartier bereitet Kopfzerbrechen

WSB legt Positionspapier vor

Gut 30 WSB-Mitglieder nahmen an der Informationsveranstaltung zum Stuhlrohrquartier teil

Bergedorfs Baudezernent Uwe Czaplenski erläuterte den bisherigen Planungsstand

Ansicht des bislang gewerblich genutzten Areals von der Kreuzungsecke Sander Damm/Weidenbaumsweg

Immer mehr Menschen bevorzugen ein Leben in der Stadt. Hamburgs und Bergedorfs Stadtentwickler nebst Bezirkspolitiker arbeiten deshalb mit Hochdruck an neuen Wohnungsbauprojekten. Der Bezirk Bergedorf will jährlich den Bau von 800 neuen Wohnungen genehmigen. Dazu zählt auch das ans Bergedorfer Zentrum grenzende Projekt „Stuhlrohrquartier“. Mehr als 1000 Wohneinheiten sollen voraussichtlich ab 2020 auf dem rund 5,5 Hektar großen Gelände zwischen Stuhlrohrstraße, Weidenbaumsweg, Sander Damm und Schleusengraben für mehr als 3000 Bewohner geschaffen werden. Der Bebauungsplan „Bergedorf 60“ ist voraussichtlich in drei bis fünf Jahren beschlussfertig.

Bis dahin gibt es in der laufenden Planentwicklung noch viele Fragen zu klären. Weitere Bürger- und Verbandsbeteiligungen werden zugesichert. Um sich eine Meinung bilden zu können, hatte Bergedorfs Wirtschafts- und Stadtmarketingverband (WSB) mit seinem Arbeitskreis Verkehr und Stadtentwicklung am 20. Juni den Bergedorfer Baudezernenten Uwe Czaplenski bei einer Informationsveranstaltung im HASPA-Besprechungsraum am Mohnhof zu Gast. Czaplenski machte in seinem Vortrag vor gut 30 WSB-Mitgliedern mehrfach deutlich, dass mit dem Stuhlrohrquartier eine städtebauliche Dichte verwirklicht werden soll, die es an anderer Stelle in Bergedorf bisher nicht gab. Unter anderem ist im Abschnitt Sander Damm/Schleusengraben an den Bau eines 20stöckigen und mehr als 60 Meter hohen Hochhauses gedacht.  Die Investitionssumme des Gesamtprojekts wird mit rund 430 Millionen Euro angegeben. Unter anderem sollen auch Freiräume in höchster Qualität entstehen, mit Baumaterialien, die – wie früher - nach vielen Jahren Patina ansetzen und nicht vergammeln und schäbig wirken.  Immobilienmakler Grossmann & Berger ist mit der Wohnungsvermarktung befasst. Der Quadratmeterpreis soll „ortsüblich“ bei 12 Euro liegen. Angeblich soll Bergedorf „Visitenkarte“ für Investor BUWOG werden.

Czaplenski nennt für Autostellplätze den Faktor 0,6 . Somit müssen auf dem Gelände, unter den Häusern, Tiefgaragenstellplätze für mehr als 600 Fahrzeuge geschaffen werden. Bei der Verkehrsanbindung des Quartiers an Stuhlrohrstraße und Weidenbaumsweg sieht er noch Probleme. Das weiter erhöhte Verkehrsaufkommen an der Einmündung Weidenbaumsweg/Bergedorfer Straße (B5) soll über eine verbesserte Ampelschaltung für 100.000 Euro in Bewegung bleiben. Einen Kreisverkehr an der viel befahrenen Kreuzung Weidenbaumsweg/Sander Damm hält er für nicht realisierbar, weil Deutsche im Gegensatz zu Franzosen mit größeren Kreisverkehren nicht zurecht kommen würden. Auf dem Weidenbaumsweg wird künftig von 22 bis 6 Uhr Tempo 30 wegen Verkehrslärms eingerichtet. Die Bahnlinie über die Kreuzung hat noch mindestens 20 Jahre Bestand.

Im Anschluss an Vortrag und Verabschiedung des Baudezernenten bezogen WSB-Mitglieder erste Positionen zur Meinungsbildung. Inzwischen liegen die Positionen des WSB  zum Projekt Stuhlrohrquartier auch in schriftlicher Form vor, die als PDF-Datei runtergeladen werden können.