Dwenger Group feiert Jubiläum

Unternehmen wächst seit 25 Jahren

Christian Dwenger, 51, geschäftsführender Gesellschafter der Dwenger Group

Das Hauptgebäude am Dwengerkamp 7-9. Die Straße ist nach dem früheren Allermöher Pastor Wilhelm Dwenger benannt, dem Großvater des Unternehmers Christian Dwenger

Schon jetzt reicht das knapp 10.000 Quadratmeter große und zu mehr als der Hälfte bebaute Grundstück am Dwengerkamp 7-9, im Industriegebiet Allermöhe, nicht mehr aus. Erst kürzlich musste die auf modernste Blechbearbeitung und Maschinenbau-Entwicklungen spezialisierte Dwenger Group in der Nachbarschaft, am Billwerder Ring 5, eine zusätzliche Produktionshalle einrichten.

Seit 25 Jahren wächst das derzeit 93 Mitarbeiter zählende Unternehmen kontinuierlich. Am Freitag, 12. Mai 2017, wird Jubiläum gefeiert, mit gut 350 Gästen, darunter Kunden und Lieferanten, Bergedorfs Bezirksamtsleiter Arne Dornquast sowie Vertreter des Bergedorfer Wirtschafts- und Stadtmarketing-Verbands WSB. Christian Dwenger, 51, geschäftsführender Gesellschafter der Dwenger Group ist seit gut einem Jahr Mitglied im WSB. „Vorstand und Geschäftsführung des WSB zeigen starkes Engagement für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Deshalb bin ich dabei“, sagt Christian Dwenger.

Die Dwenger Group hat ihren Ursprung in einer festen Zielsetzung: „Ich mache mich selbständig“, hatte Christian Dwenger bereits während seines ersten Lehrjahrs als Blechschlosser bei den Bergedorfer Hauni Werken für sich entschieden. Bei der Hauni blieb er auch nach der Lehre, verdiente „gutes Geld“, wie er sagt, schloss berufsbegleitend eine Meisterprüfung und ein betriebswirtschaftliches Studium ab. Und 1992 war es dann soweit: Die Gründung der eigenen Firma. Ein Hauni-Kollege, Thomas Grünthal, war als Partner vom Aufbau bis 2009 im Betrieb.

Mit einfachsten Werkzeugen und Maschinen war auf dem Gelände einer ehemaligen Gewächshausbau-Firma am Allermöher Deich 197 angefangen worden. „Die ersten beiden Jahre waren hart. Wir hatten nur wenige Aufträge und mussten viele Klinken putzen“, erinnert sich Christian Dwenger. Dann hatte der Geschäftsführer eines Reinbeker Maschinenbaubetriebs in einem Bericht in der Bergedorfer Zeitung über Dwengers unternehmerische Aktivitäten gelesen und nach einem längeren Gespräch einen größeren Auftrag erteilt. Paletten-Wickelmaschinen und Häckselmaschinen wurden zur Zufriedenheit des Auftraggebers abgeliefert.

Mit Hilfe von Bürgschaftsgemeinschaft und Wirtschaftsförderung konnten die ersten modernen Maschinen angeschafft werden, computergesteuert für exakte Blechzuschnitte.

Dann folgten auch schon die ersten Aufträge, die für die Hauni Werke ausgeführt wurden. „Es war der Beginn unseres Wachstums“, blickt Dwenger zurück. Und im Jahr 2000 reichte dann das Betriebsgelände am Allermöher Deich schon nicht mehr aus. Das Grundstück am Dwengerkamp wurde von der Stadt übernommen. Dieser Straßenname steckte Christian Dwenger im Hinterkopf: „Als ich neun Jahre alt war, hatten zwei Männer von der Stadtentwicklung bei meinem Vater an die Tür geklopft und gefragt, ob er etwas dagegen habe, dass eine Straße in dem neuen Allermöher Industriegebiet nach Wilhelm Dwenger benannt werden soll. Natürlich hatte mein Vater nichts dagegen, denn sein Vater Wilhelm war früher ein sehr beliebter und engagierter Pastor in der Allermöher Kirchengemeinde.“

Christian Dwenger ist der jüngste Sohn des 1998 gestorbenen Bergedorfer Juweliers Hartmut Dwenger. Das Juweliergeschäft wird seitdem von seinem älteren Bruder Thomas und inzwischen auch von dessen Sohn Christoph geführt. Martin, sein weiterer Bruder, ist Studienrat am Bergedorfer Hansa Gymnasium und hat mit der Bearbeitung von Metall weniger im Sinn.

Die Dwenger Group ist spezialisiert unter anderem auf den Bau von Tankanlagen für Vacuum-Toiletten, die inzwischen an Bord vieler Eisenbahnen weltweit eingebaut sind. Für die dafür notwendige Schweißtechnik besitzt das Unternehmen eine nur selten vergebene Zertifizierung. Zu den Dwenger-Kunden zählt unter anderem auch Airbus. Geliefert werden Geräte, die bei der Flugzeug-Montage benötigt werden. „Wir sind Spezialisten und keine Hersteller von Massenprodukten. Wir bieten ganzheitliche Problemlösungen“, sagt Christian Dwenger. Und darauf ist er auch stolz. Seine Mitarbeiter zeichnet Flexibilität aus. Gut 10.000 unterschiedliche Produkte sind auf der Fertigungsliste. In der Regel dauern Bearbeitungszeiten für Aufträge ein bis sechs Wochen, je nach Aufwand. Und das Betriebsklima gilt als ideal für weiteren Erfolg des Unternehmens. Sechs Lehrlinge zählt die Dwenger Group, darunter Dwengers Sohn in gewerblicher und seine Tochter in kaufmännischer Ausbildung. „Ich sehe das als ein sehr gutes Zeichen an. Aber über Nachfolge wird noch nicht gesprochen“, sagt Christian Dwenger