Im Jahr 1926, zur Zeit der Weimarer Republik, gab es Firmen-Neugründungen, die bis heute Bestand haben. Dazu zählt die Gründung der Deutschen Lufthansa AG durch Fusion oder auch der Zusammenschluss der Firmen Daimler und Benz zur Daimler-Benz AG.
Aber auch in Bergedorf ging vor hundert Jahren ein Unternehmen an den Start, das sich einen Namen gemacht und sich bis heute zum drittgrößten kommunalen Busbetreiber Deutschlands entwickelt hat: Die vhh.mobility / Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH, mit Verwaltungssitz und Hauptbetriebsgelände am Curslacker Neuer Deich 37. Gut 800 Busse zählt der Fuhrpark, und etwa 3000 Beschäftigte sorgen dafür, dass alles rund läuft.
Logischerweise zählt das von vielen kurz nur „VHH“ genannte Unternehmen auch zu den alteingesessenen Mitgliedern im Bergedorfer Wirtschafts- und Stadtmarketingverband WSB. Der WSB selbst hatte bereits 2019 sein 100jähriges Bestehen gefeiert. Nun ist die vhh.mobility mit ihrem Jubiläum an der Reihe, und der WSB-Vorstand übermittelt dem vhh.mobility-Geschäftsführer Dr. Lorenz Kasch (55) dazu die herzlichsten Glückwünsche. Kasch engagiert sich auch im Vorstandsbeirat des WSB.
Kasch: „Das gehört einfach dazu. Wer seinen Firmensitz in Bergedorf hat, der muss auch mit dem Wirtschaftsleben am Standort fest verbunden sein und alles dafür tun, dass es den ansässigen Unternehmen gut geht. Somit ist es für unser Unternehmen eine Selbstverständlichkeit, Mitglied im WSB zu sein, um damit auch den direkten Draht zu den Entscheidern in Politik und Verwaltung zu haben.“
Der 15. Mai 1926 ist der Tag, an dem in Bergedorf der erste Bus in Betrieb genommen wurde. Er gehörte der 1905 gegründeten Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn AG (BGE). Damals war die Geburtsstunde der von Bergedorf über Geesthacht bis Lauenburg verkehrenden Buslinien wie auch der bis heute unverändert durch das Bergedorfer Villengebiet fahrenden „Ringlinie“. 1954 schloss sich die BGE mit den Verkehrsbetrieben des Kreises Stormarn (VkSt) zu den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) zusammen.
Inzwischen befördert das im Besitz Hamburgs befindliche und im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) eingebettete Unternehmen mit 181 Linien überwiegend im westlichen, nördlichen und östlichen Großraum Hamburgs jährlich gut 105 Millionen Fahrgäste. Die vhh.mobility setzt auf den Einsatz batterieelektrisch betriebener Busse, betreibt 120 Ladepunkte auf dem Betriebshof in Bergedorf und gilt in der Branche als Vorreiter in Sachen Elektromobilität. Das Unternehmen betreibt eine eigene Fahrschule, hat für den Bus-Fahrbetrieb laut Kasch derzeit ausreichend Personal. Kasch: „Was fehlt, sind qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Werkstätten zur Instandhaltung der Fahrzeuge. Da hoffe ich auf Bewerbungen.“
Zum Jubiläum „100 Jahre Busbetrieb“ sind unter anderem 100 Portraits von Mitarbeitenden in und auf Bussen samt QR-Code zur Information abgebildet. Und es werden ab 15. Mai unter anderem auch Sonderfahrten mit historischen Bussen angeboten.
