Wer am Sachsentor 13 / Kaiser Wilhelm Platz 1 vor den Schaufenstern von „Schuh Bode“ steht, sieht in bunten Farben die „150“ leuchten. Ja, das Bergedorfer Traditionsunternehmen, dessen Filialnetz sich inzwischen mit rund 20 Standorten in Nord- und Ostdeutschland bis in die Bundeshauptstadt Berlin erweitert hat, feiert Jubiläum mit besonderen Angeboten und Aktivitäten.
Und für eine derart lange Zeit des erfolgreichen Wirtschaftens richtet nun der gesamte WSB Vorstand Gratulationen an Verbandsmitglied Christian Bode, den Geschäftsführer des Unternehmens in fünfter Generation. Er ist seit 1994 im Unternehmen aktiv. Auch sein Vater Dieter (vierte Generation), der bereits seit 1959 im Unternehmen tätig ist, wirkt noch in der Geschäftsführung mit.
Das Schuhhaus Bode war am 1. Mai 1876 vom Schuhmachermeister Karl Heinrich Wilhelm Bode in Rothenburgsort gegründet worden. 1904 übernahm der Sohn des Firmengründers, Wilhelm Bode, das Geschäft des Vaters. In wirtschaftlich schwieriger Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war Wilhelm Bode 1919 Mitbegründer der inzwischen in Deutschland mehrere tausend Mitglieder zählenden Nord-West-Ring Schuh-Einkaufsgenossenschaft, der das Unternehmen noch heute angehört.
Im Juli 1943, während des Zweiten Weltkriegs, war Rothenburgsort und damit auch das Schuhgeschäft von Bombenangriffen der Alliierten auf Hamburg zerstört worden. Auch die dritte Generation, der Sohn von Wilhelm hieß ebenfalls Wilhelm, und war bereits im Geschäft tätig. Die gesamte Familie überlebte die Bombenangriffe durch Luftschutzkeller oder auswärtigen Aufenthalt.
Während der Kriegsjahre war Wirtschaftsraum zwangsbewirtschaftet. Clara Bode, die Ehefrau von Wilhelm (Junior), der als Soldat kämpfen musste, bekam 1943 einen Teil des Schuhhauses Jenkel in Bergedorf, Große Straße 16, heute Sachsentor 13, zugewiesen. Wilhelm Bode kehrte nach Kriegsende lebendig zurück, heißt es in der Firmenchronik. Es folgten die Jahre des Wiederaufbaus mit beständig positiver Wirtschaftsentwicklung.
1959, nach dem Wirtschaftsabitur, trat in vierter Generation Sohn Dieter als Kaufmann im Einzelhandel ins Geschäftsleben ein. 1970 begann er mit der Filialgründung zunächst in Geesthacht und Lüneburg. Dieter Bode war zu der Zeit auch Mitbegründer der noch heute bekannten Werbegemeinschaft „City Partner Bergedorf“, die 2003 zusammen mit der 1919 gegründeten Wirtschaftlichen Vereinigung Bergedorf zum Wirtschafts- und Stadtmarketingverband Bergedorf (WSB) wurde.
Seit 2007 befindet sich die 2000 Quadratmeter große Schuh Bode Firmenzentrale am Casinopark 9 in Wentorf, mit Schulungsräumen für Mitarbeiter sowie einem großen Warenlager für die Versorgung der gut 20 Filialen, zu denen auch Quick Schuh und Tamaris Store gehören.
