Mit gut 100 teilnehmenden Gästen war der diesjährige Parlamentarische Abend, der am Mittwoch, 19. August 2026, 18 bis 21 Uhr, gemeinsam von WSB und Handwerkskammer Hamburg im Zollenspieker Fährhaus veranstaltet wurde, wieder sehr gut besucht.
Und der Gastredner, Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, ließ erkennen, dass auf politischer Ebene viele Weichen für wirtschaftlichen Aufschwung oder auch für einen Abbau bürokratischer Hürden bereits gestellt worden sind oder noch gestellt werden. Und er wieś auf die Notwendigkeit hin, dass Verwaltung, Politik und Unternehmer für weiteren Fortschritt noch enger zusammenrücken und zusammenarbeiten müssen. Er fordert Zusammenhalt. Dressel machte Mut: „Wir sind auf einem guten Weg.“
Lars Rosinski, Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt, nahm als Vertreter für Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann teil. Er sagte, er habe auf der Fahrt nach Zollenspieker vor einer Baustelle, die er selbst zu verantworten habe, im Stau gestanden. Damit wies er auf die vielen großen städtebaulichen Veränderungen im Bezirk hin. Stephanie Pelch, (CDU), Vorsitzende der Bergedorfer Bezirksversammlung, sagte: „Die Verwaltung spricht über Vorhaben, aber wir haben das letzte Wort.“
Der Parlamentarische Abend wurde dieses Mal von Andreas Kuttenkeuler, Leiter für Bezirksangelegenheiten bei der Handwerkskammer, moderiert. Karsten Sommer, stellvertretender Bezirkshandwerksmeister der Handwerkskammer, richtete Fragen zum Sondervermögen des Bundes an den Finanzsenator.
Dressel: „Von den 500 Milliarden bleiben 300 Milliarden beim Bund, 100 Milliarden sind für klimarelevante Investitionen und 100 Milliarden gehen an die Bundesländer. Hamburg bekommt davon 2,66 Milliarden.“ Der Bezirk Bergedorf erhält laut Dressel aus der Zuwendung zunächst 25 Millionen für den Bau einer Lärmschutzwand zwischen der Bahnstrecke und dem Neubaugebiet Oberbillwerder. Außerdem seien weitere Investitionen in Schulbauten vorgesehen. Und hier in Hamburg sei es laut Dressel üblich, dass die Stadt ihre Aufträge möglichst ortsansässigen Unternehmen erteile. Unter anderem stehe auch die Modernisierung der Freiwilligen Feuerwehr Bergedorf an.
Zum geplanten Verkauf der Bergedorfer Karstadt-Grundstücke durch die Stadt an Investoren betonte Dressel, dass damit auch die vorliegende Neubauplanung umzusetzen sei. Und er lege Wert darauf, dass örtliche Investoren mit festen Absichten gefunden werden, die den Plänen Taten folgen lassen.
Ein aktueller Kritikpunkt war der auf Eis gelegte Ausbau des Glasfasernetzes im Bergedorfer Landgebiet. Für Netzwerkbetreiber lohnt sich der Ausbau in der Fläche zu weit verstreut liegenden Einzelgebäuden nicht. Da sind auch Unternehmen betroffen, die an zunehmender Digitalisierung nicht teilhaben können. Dressel will sich um die sogenannten „weißen Flecken“ im Ausbau kümmern. Unter anderem will er mit dem Hamburger Netzwerkunternehmen „Willi Tell“ sprechen und auch mit dem Wahlkreis-Bundestagsabgeordneten Metin Hakverdi (SPD), der als stellvertretendes Mitglied des Haushaltsausschusses eine finanzielle Unterstützung des Bundes prüfen lassen könne. Metin Hakverdi, der ebenfalls Teilnehmer des Parlamentarischen Abends war, sagte: „Ich erwarte das Gespräch mit dem Senator.“
Reichlich Gespräche in lockerer Atmosphäre gab es auch unter den zahlreichen Teilnehmern der Veranstaltung. So sollte es auch sein. Kontakte knüpfen, sich über unterschiedlichste Themen austauschen, das sogenannte Netzwerken funktionierte, insbesondere abschließend bei Speis und Trank der erstklassigen Zollenspieker Fährhaus Gastronomie. WSB Vorstandssprecher Dierk Kohlhardt hatte zu Beginn der Veranstaltung den neuen WSB Verbandsleiter Martin Melcer vorgestellt. Und Melcer sagte: „Ich bin seit Anfang August dabei mich einzuarbeiten. Ich freue mich sehr, dass ich so überaus freundlich aufgenommen worden bin.“
