Aktuelles

Bergedorf wächst weiter

WSB und Hafen e.V. in einem Boot

Die Serrahn Deern an ihrem Anleger im Heimathafen

Bergedorfs Hafen, der Serrahn, soll schöner werden. Dafür setzt sich der Bergedorfer Hafen e.V. ein.

Serrahn-Ansicht vor gut 100 Jahren

Der Schiffszimmerplatz, wo heute das Lichtwarkhaus steht.

Die Stamp Pumpenfabrik hatte noch in den 1950er Jahren ihren Sitz an der Serrahnstraße

Schiffsführer Nils Herforth von der Bergedorfer Schifffahrtslinie steuert die Serrahn Deern sicher durch den Schleusengraben und die Dove-Elbe

Entdeckungsfahrt vorbei an Bergedorfs Neubaugebieten

Dr. Christel Oldenburg und Axel Schneede hielten Vorträge an Bord der Serrahn Deern

Teilnehmer von WSB und Bergedorfer Hafen e.V. im klimatisierten Salon

Teilnehmer von WSB und Bergedorfer Hafen e.V. bei 32 Grad im Schatten auf der Außenterrasse der Serrahn Deern

Das Wohnungsbauprojekt "Schilfpark" soll 2019 bezugsfertig werden

Die Glasbläserhöfe am Westufer des Schleusengrabens sind weitgehend fertiggestellt und bewohnt

Bestes Sommerwetter, 32 Grad Schattentemperatur. Standup-Paddler fuhren auf ihren Brettern durch Bergedorfs Hafen, den Serrahn. Vom Bootsanleger am Kupferhof ließen junge Leute ihre Füße ins Wasser baumeln. Und dann, kurz nach 18 Uhr, am Montag, 31. Juli, legte die Bergedorfer Schiffahrtslinie mit ihrem Ausflugsschiff „Serrahn Deern“ ab zu einer gut zweistündigen Ausfahrt vom Serrahn über Schleusengraben, Krapphofschleuse in die Dove-Elbe bis Reitbrook/Allermöhe.

An Bord Mitglieder des Bergedorfer Wirtschafts- und Stadtmarketingverbands (WSB) und des vor zwei Jahren gegründeten „Bergedorfer Hafen e.V.“ Gegenseitiges Kennenlernen war eines der Ziele dieser gemeinsamen Ausfahrt. Und zugleich ging es in kurzen Vorträgen um Bergedorfs Stadtgeschichte sowie die fortlaufende Stadtentwicklung, die derzeit entlang des Schleusengrabens mit zahlreichen Wohnungsbauprojekten und Gewerbeansiedlungen nicht zu übersehen ist.

Dr. Christel Oldenburg (Leiterin des Bergedorfer Museumarchivs) blickte in ihrem Vortrag zurück ins Jahr 1443. Bergedorf wurde damals von den Hansestädten Lübeck und Hamburg verwaltet. Um Baumstämme aus dem Sachsenwald für Schiffbau nach Hamburg zu schaffen, war der Transport mit Pferd und Wagen über Land sehr mühsam. Die Regierenden von Lübeck und Hamburg verpflichteten deshalb die Bergedorfer Bauern einen Teil ihrer Felder herzugeben und einen Kanal, den Schleusengraben, zwischen Bille (unterhalb des Schlossteichs) und der Dove-Elbe zu bauen. Wie lange am Schleusengraben gebaut wurde und wann er in Betrieb genommen wurde, ist nicht bekannt.

Dr. Christel Oldenburg machte aber deutlich, dass Bergedorf durch die Holztransporte zu Wasser zu einem wichtigen Umschlagplatz für Holz wurde und sich auch zahlreiche andere mit der Holzbe- und verarbeitung befasste Gewerke, darunter Tischler, Schiffbauer, Räder-, Kutschen- und Fuhrwerksbauer niederließen. Wo heute noch das Lichtwarkhaus steht, war früher der Schiffszimmererplatz. Und Bergedorf war noch in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein recht bedeutender Industriestandort. Die Stamp-Pumpenfabrik am Serrahn wurde Bauplatz für das Woolworth-Kaufhaus, das inzwischen auch schon wieder abgerissen worden ist. In zwei Jahren will Bauherr Tobias Derndinger (aus der Familie der früheren Bergedorfer Holzhandlung Behr) dort einen Neubau mit Hotel und wieder einem Woolworth-Kaufhaus fertiggestellt haben. Entlang des Schleusengrabens waren so bekannte Unternehmen wie die Stuhlrohrfabrik, die Hein & Dietrichs Glasfabrik, Thörl Glycerin und Fettsäuren, die Hanseatische Motorengesellschaft (HMG) und nicht zuletzt erste Fabrikhallen von Kurt A. Körbers Hauni Werken.

Axel Schneede (Stadt- und Landschaftsplanung/Bezirksamt Bergedorf) berichtete von der vor 20 Jahren in Gang gebrachten städtebaulichen Entwicklung entlang des Schleusengrabens. Die Entwicklung von Wohnungsbauprojekten und Gewerbeansiedlungen östlich und westlich des Schleusengrabens sei in sehr kleinen Schritten erfolgt. Insgesamt entstünden rund 3000 Wohneinheiten. Weitgehend fertiggestellt ist das Projekt „Glasbläserhöfe“ mit 650 Wohneinheiten. Südlich davon, auf dem früheren HMG-Gelände, entsteht das Projekt „Am Weidensteg“mit 570 Wohneinheiten und Nahversorgungszentrum. Auf der gegenüberliegenden Seite, am Ostufer des Schleusengrabens, soll auf dem früheren Thörl-Gelände bereits 2019 das Wohnprojekt „Schilfpark“ mit 370 Wohneinheiten fertiggestellt sein. Von dort soll eine Brücke mit Geh- und Radwegverbindung über den Schleusengraben hergestellt sein. Für das "Stuhlrohrquartier" mit bislang 1100 Wohneinheiten wird nach Einspruch einer Bürgerinitiative eine Neuplanung vorgelegt. Im Dezember soll darüber entschieden werden.

Der Bergedorfer Hafen e.V., war vor zwei Jahren von 34 engagierten Bergedorfern gegründet worden, die sich zuvor in der „Bergedorfer Stadtwerkstadt“ mit Ideenentwicklungen um Verbesserungen rund um den Serrahn gekümmert hatten. Inzwischen hat der Verein bereits Rockkonzerte veranstaltet und kümmert sich im Zusammenwirken mit dem Bezirksamt um den Bau der Kupferhofterrassen. Die heruntergekommene Serrahnstraße soll nach Fertigstellung des Hotels/Woolworth-Kaufhaus neu gestaltet werden. Danach wäre die Alte Holstenstraße im Abschnitt zwischen Verkehrskreisel und Kirche an der Reihe besser gemacht zu werden.